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Kleine Hofgeschichten

 Wo ist Krümel??

 


Samstag, 7. November 2009


Alles ist für den schön geplanten Tag vorbereitet. Reiterstube, Sattelkammer und Vortenne aufgeräumt, Kamin für die Massage und Physiotherapie
 angeheizt, Hunde gefüttert, Kinder für die Reitstunde wuseln schon aufgeregt herum.

 
Heute ist Reitunterricht, Turnen, Physio für Mensch und Pferd und der Sattler kommt.
Die Hunde sausen auf dem Hof zwischen Artur und den Kindern herum. Schließlich muss man mal. Leonie und Stella sind hoch motiviert,
 man übt fürs Nikolausturnier. Also Sättel sauber machen..
Navarre, unser Vollblutgalopper (eigentlich Iris-Setter..) hat mal wieder die Badesaison Anfang November eröffnet. Man saust also ständig am Fluss entlang
 und geht zum abkühlen zwischendurch mal schwimmen.
Jack, ständig schmutziger aber mindestens „Lassie-Erbe“ in sich tragender Sheltie passt auf, dass Artur nicht wieder die Pferde heraus lässt.
Wo er die doch immer schön im Stall halten möchte (obwohl er die nicht hüten soll!!). Pferde ärgern (zum treiben in die Hacken zwacken ist ärgern!!) ist nämlich verboten.
 Pferde sind keine Schafe. Gut. Wir haben nix anderes.. Aber ärgern ist trotzdem verboten.
Jason klebt im Normalfall an meinen Fersen – nicht zum hüten.. Jason, Sheltie Nummer eins auf dem Hof ist immer sauber, nie weit aus dem Blickfeld und möchte
 eigentlich immer mit mir MIT. Wohin?? Egal. Hauptsache MIT. Ins Büro, ins Haus, ins Bad, ins Schlafzimmer, ins Auto, in den Stall... immer MIT. Immer hinterher.
Wir schwatzen ein wenig über den Tagesablauf, es fährt schon der erste Besucher auf den Hof. Plötzlich ist Jason weg. Wie kann der Hund, der immer am Bein
 klebt denn nun weg sein?? Hab ich den im Bad vergessen?? Im Haus?? Futterkammer?? O.K. Ruhe bewahren. Rufen. Suchen.
Wir haben bestimmt eine halbe Stunde alles im Haus auf den Kopf gestellt, das Vieh ist weg.
Stall, Weide, Scheune – Fehlanzeige.
Die Kinder gehen mit den Hunden Navarre und Jack am Isseldamm und an der Schleuse gucken. Kein Jason zu sehen. NIX
Also erst mal im Tierheim Alarm geschlagen. Wenn ein Sheltie gebracht wird, das ist MEIN KRÜMEL. Bitte unbedingt anrufen. Den muss wer mit genommen haben,
 der geht nicht weiter als rechts oder links zum Nachbarhof.
Die Kinder steigen aufs Rad und fahren die Nachbarhöfe ab – vielleicht eine gut riechende Hundedame, die mir den Rang abgelaufen hat??
 Ich suche und rufe weiter. NIX
Die Kinder satteln die Ponies und reiten warm – nicht für die Stunde. Zum Hund suchen.
Kris sucht im Haus noch einmal alles ab. Haben wir den kleinen Kerl vielleicht doch wo eingesperrt??
Ich sattele den Geländewagen, Allrad rein, Nicki rein und ab die Post. Jason suchen. Der SUZUKI tuckert leise durch die Wege.
Wir haben die Fenster auf, es werden „Krümel“ rufend alle Höfe noch mal abgefahren. Alle Passanten gefragt, am Issel-Deich hoch und entlang gefahren. NIX
Durch die anliegenden Feldwege noch mal um die Nachbarhöfe gefahren. NIX. Noch mal im größeren Bogen.. NIX...........!!
Eine freundliche Dame im Rollstuhl mit Hündin an der Leine nach Krümel gefragt – kein Sheltie gesehen.. MIST. Sie bringt ihn aber, verspricht sie lächelnd, falls sie ihn sieht.
Auf dem Rückweg gefährlich nahe dem Wasser den Damm entlang gefahren, ist der Hund in den Fluss gerutscht?? Nix zu sehen. Was ein Glück. Weiter rufen.
Weiter pfeifen. NIX.
Der Wagen steht also in der Garage, wir überlegen mal kurz und Ellen geht noch einmal an der Fischtreppe und der Schleuse schauen.
Da gehen die Sheltie so gern hin – ist übrigens auch verboten. Aber genau so schön, wie Ponies ärgern. Weil da immer mal fremde Hunde sind – niedliche Weibsen...
 
Eine freundliche Frau mit schwarzem Hund schreit vom Stauwehr aus laut auf, als ihr Ellen entgegen geht:
„Hier hängt ein Plastiksack im Stauwehr, darin schreit ein Hund um sein Leben!“
 
Verdammt!!! Da fährt man und schreit und pfeift man und das arme Vieh ersäuft jämmerlich, weil den jemand in einen Sack stopft??!! Welches böse Gehirn tut so etwas??
Wir rennen also los, Harke geschnappt, Seil geschnappt und was die Lunge und die Beine her geben zum Wehr.
Ich fasse das Geländer, lasse mich nach vorn fallen, ziehe an der schweren Tüte, die vom reißenden Wasser gegen die Kante vom Schleusentor gedrückt wird -
den Hund aus dem Wasser bekommen.. wie kann der so etwas überleben.. wir suchen schon fast drei Stunden, das Ding ist verdammt schwer.. die Tüte zerreißt.
Das was darin war, versinkt, es schießen Blätter an mir vorbei... nichts ist mehr zu sehen...
Der Hund schreit und schreit und es ist nix mehr zu sehen. Aber der Hund schreit weiter.
Ich im übrigen jetzt auch.. Ok.. Hysterische Ziege.. die Tränen laufen, ich verstehe nicht wieso ein Hund so lange unter Wasser hängen kann und lebt.
Warum der nicht mehr zu sehen ist und schreit. Ich schreie JASONs Namen.. der Hund antwortet, meine Tränen laufen.
Von hinten schimpft Marion mich an der Hose haltend, weil ich noch immer ungesichert da über der Schleuse hänge und versuche, etwas zu sehen,
etwas zu greifen und zu begreifen. Von Ellen höre ich irgendwo ganz sanft aber laut „Sieh mal, alles gut. Der steht unter dem Wasserfall im Schleusenwehr eingeklemmt.“
Stimmt! Kaum sichtbar steht da etwas rotes, man sieht weiß.. es winselt und bellt..
Unter Tränen bitte ich also Ellen, Onkel Heinrich um Hilfe zu rufen. Der weiß bei so etwas immer Rat. Der hat schon viele Unfälle hier erlebt.
Onkel Heinrich ist prima. Telefon.. Nummer.. Ellen wählt, horcht - dann drehe ich auf den Hacken um und renne mit Nicki wieder zum Hof zurück.
 Wir holen den Geländewagen, Seile. Artur steigt über das Geländer auf das Schleusentor. Ganz verboten!! Glatt, tückisch, gemein.
 Und der Fluss reißt – es hat geregnet, da ist der kleine Bach ganz schnell sehr gefährlich. Da sind schon viele ertrunken, die Schilder am Ufer sind kein Spaß.
Artur, mach bitte keinen Scheiß, ich hole Seile, Geländewagen zum sichern, WARTE!!
Wir haben so schnell alle Sachen zur Hand – man wundert sich, wie ordentlich man doch ist. Nicki rennt zurück –  ich trete dem Auto mächtig ins Gas.
 Nicki muss nur 200 Meter rennen, ich muss 1 1/2 Kilometer mit dem Wagen um den Fluss zu überqueren und zur Schleuse zu kommen. Aber immer nur gerade aus.
Vollgas über die Brücke, eben vorsichtig an einem alten Herrn auf dem Rad vorbei und wieder das Auto fliegen lassen. Fix den Deich hoch, zum Wehr, rückwärts, parken,
 Maschine aus, Seil raus...Als wir weg rannten, ist Artur – verboten hin oder her – vorsichtig auf der glitschigen Eisenkante des Schleusentores bis zum Hund balanciert.
 Ellen hat ihn vom Ufer gelotst. Iris und ein Reitgast haben unten am Fluss als Sicherung gestanden. Fällt der Hund vom Schleusensockel, will sie ihn vor den Felsen
 und dem Wasserfall aus dem Wasser haben. Zur Not will sie ins Wasser.
 Dafür Stehen Iris, Ellen und Nicole mit Werkzeugen auf der Staustufe und warten und sichern vor dem Wasserfall.
Als Artur beim Hund an kommt, dreht der seinen Kopf, seine spitze Nase durchsticht den Wasserfall und die kleine Schnauze
 kommt zum Vorschein. Artur hält ihm die Hand hin. Scheinbar geht es Krümel gut.
Marion sichert das Seil, an dem Artur sich hält. Wer Pferde wieder gerade ruckelt, kann auch Männer am Seil fest halten.
Das Auto hält das Ende zur Sicherheit. Wozu so ein dicker SUZUKI XL7 doch alles gut ist.
Artur lässt sich mit viel Vertrauen auf der glatten Kante am Seil nach vorne kippen, packt feste im Nackenfell zu und reißt
 den Hund unter dem Schleusentor vom Mauersockel aus dem Wasserfall.
Der Alte Herr mit dem Rad kommt gerade an der Bärenschleuse an und weiß nun auch, wieso „Frau“ so fuhr, wie eine wilde Furie...
Der kleine Köter bleibt völlig ruhig pudelnass an Arturs Hand hängen. Entgegen seinen hysterischen Schreien, wenn man sonst mal ins Nackenfell greift,
 bleibt unser Krümel ganz ruhig. Nicole nimmt das nasse Kerlchen an, Marion hilft Artur nach oben auf die Brücke zurück.
Überglücklich habe ich das pitschenasse Vieh feste an mich gedrückt in die Arme genommen und fest gehalten.
Wir packen unsere Seile ins Auto. Iris fährt den SUZUKI zurück zum Hof, diesmal wie es sich gehört ordentlich und langsam.
Ich laufe mit Nicki und Ellen an jedem Arm noch immer am ganzen Körper schlotternd zurück über den Deich heim. Der Kreislauf jagt.
 Die wunderbare Frau, die Jason hatte schreien hören, war schon weit vor gelaufen. Ich brülle ihr noch mit letzter Puste „Lieben Dank!!!“ hinterher.
 Sie lächelt und läuft weiter. Ich hätte sie gern gedrückt. Ich weiß nicht mal ihren Namen.
Im Haus haben wir uns erst mal überglücklich strahlend aus den nassen Jeans geschält, am Kamin einen heißen Kakao getrunken und für völlig aufgedrehte Frauchen
gab es Notfalltropfen für den Kreislauf... PROST.
Krümel war noch nicht einmal im Unterfell nass. Weiß der Teufel, wie der Hund da hin gekommen ist, wo er stand.
Das Schleusentor läuft in einer Schiene, die Schiene ist in sehr breiten Brückenmauern eingelassen.
 Man kann überhaupt nicht seitlich unter dieses Tor unter den Wasserfall laufen... Wie fällt man unter ein Schleusentor?? Wie kommt das Vieh dahin??
Jedenfalls ist in soweit meine Welt wieder gerade gerückt – es hat niemand dem Hund etwas getan. Das tut hier keiner.
Und alle, die anwesend waren, haben beherzt geholfen, zugepackt und angefasst. Gut – bis auf ICH..
 ich hab zwischendurch gezittert und geheult wie ein Kind.
Jedenfalls ist Artur seit seiner Kletterpartie unser stiller Held.
Nicki besorgt bestimmt für so etwas nun eine Sicherheits-Klettersicherung.. „Frau Sicherheitsbeauftragte der BP“ wollte eigentlich heute reiten –
 hat sie sich verdient. Sie arbeitet eigentlich zu viel. Aber bei so viel Bewegung, meinte sie, könne sie heute mal darauf verzichten.
Alles in allem waren heute nur tolle Menschen um uns herum.
Eigentlich sollte man dem lieben Gott dafür danken, dass das so ist.
Der Rest des Tages lief mit Kuchen, Reitstunden, Kakao und Sattelprobe wunderbar harmonisch ab. Ich fürchte, Marion ist völlig erschöpft,
wenn sie zurück bei Ihrer Familie in Osnabrück ist.
Die Kinder haben begeistert noch die Pferde mit mir eingesammelt, liebevoll Kraftfutter und Heu verteilt und munter schwatzend wurden die dann von
Mama Doris und Papa Rüdiger eingesammelt.
Durch dieses Chaos war ich im übrigen mittags so durch den Wind, dass ich nicht mit meinem Sohn Kris in die Stadt konnte, einen neuen Anzug kaufen.
War aber versprochen und schon zwei mal wegen eines dienstlichen Problems verschoben..
Und heute Abend ist Tanzschulball. Also habe ich meine EC-Karte zu treuen Händen gereicht, im Laden in der Stadt angefragt und den Junior
 zu seinem ersten Einkaufbummel allein geschickt.
Hat im übrigen super geklappt. Ich war zwar 100 Euro mehr los, als ich gehofft habe, aber Kris hat sich selber einen sehr schönen Anzug
 nebst Hemd und Krawatte ausgesucht und war über diesen Schritt in die Selbständigkeit offensichtlich eher begeistert als enttäuscht.
Und lächelnd waren wir „Mädels“ uns sicher, dass Artur, wenn er morgen wieder zum Stall kommt ganz sicher schon eine Lösung hat.
 Eine Lösung, wie man das verschwinden vom Hof von kleinen Shelties verhindert.
Wehe, jetzt denkt einer :“ Mädchen, dafür hat man einen Zaun??“ Ich hab einen, rund um den Hof.
Macht aber nix... nicht Sheltie-dicht. Aber lassen wir Artur mal machen
Und sicher sorgt Nicki dafür, dass der dabei auch alle notwendige Schutzkleidung an hat!

 

Beautiful Day.

Raphaela

Fotoshooting mit Frau Neu und wunderbaren Kindern 12. Oktober 2008


Eigentlich sollte heute ein wunderschöner Sonnentag werden - der typische Nebel an der Issel erinnerte uns, dass es mit großen Schritten Herbst wird
Gestern noch lag der wilde Wein mit blutroten Blättern auf der Terrasse, heute war das Laub schon von den Ästen gefallen.

Wir haben alles aufgeräumt und wollten mit Frau Neu die letzten Sonnenstrahlen nutzen für Fotos. Erst sehr spät um 14.30 Uhr begann das Wetter doch noch aufzuklaren. Wir haben vorher alle Pferde sauber gebürstet und ihnen die Lichtsegel gezeigt. Die Kinder haben sich emsig in der Tenne in wunderschöne Herbstmode gekleidet. Warme Strümpfe, Mützen, hübsche Schals aus falschem Fell, wundervolle Naturtöne strahlten an kleinen Kindern um die Wette.

Zuerst stellte sich Joual seiner Aufgabe. Er hatte meist zwei Mädels auf dem Rücken, stand wie an die Koppel gedübelt brav da und ließ sich von winzigen Kinderhänden am Zügel fest halten. Es gab Fotos unter dem Apfelbaum, im Apfelbaum, auf dem Pferd, mit den Hunden Jason, Jack und Navarre und mit frei laufenden Stuten.

Très Jolie fand vor allem den Fotografen lustig. Sie ist von grund auf neugierig und forsch und hat zuerst seine Ausrüstung ordentlich untersucht, das Lichtsegel auf Haltbarkeit geprüft und dann mit ordentlich Schwung aus der Hinterhand den Herrn mal lustig über die Koppel bewegt. Und wenn das alles so richtig klappt, schüttelt man (Frau) die Mähne wie der Herr Papa...


Die Kinder haben einen echt ordentlichen Job geleistet, wie gewünscht ist aus keinem Schaden zugefügt worden. Niemand war gefährdet und alle haben richtig Spaß gehabt. Ohne viele aufmerksame zu "Bodenpersonal" auserkorene Mütter wäre das wohl nicht möglich gewesen. Mußte man doch auf die Kids achten, wie auf einen Sack Flöhe. Aber mit Keksen und Saft und lustigen Hunden waren alle sehr gut im Griff zu behalten.


Zum Schluss, als alle so richtig müde waren, sind wir noch leise in den Hengststall geschlichen und haben das halb verhungert aufgefundene Katzenkind gefüttert. Die kleine Tigerkatze hat sich in der einen Woche schon sehr gut erholt und hat durchaus schon mehr zu bieten, als Fell und Knochen. Nun hat sie seit heute auch einen Namen. NALA.


Wir hoffen, von den wundervollen Fotos auch das eine oder andere zu sehen. Es war ein aufregender und schöner Tag.

 

 

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